[Rezension] Mit ganzer Seele (Bd.1) von Rachel Vincent

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Titel: Mit ganzer Seele
Originaltitel: Soul Screamers 1: My Soul to Take
Autorin: Rachel Vincent
Erscheinungsdatum: 10. Oktober 2011
ISBN-13: 978-3899419467
Preis: 5,99€ (TB)
Seitenzahl: 320
Genre: Fantasy
Leseprobe: hier




Eigentlich hatte Kaylee vor, mit ihrer besten Freundin Emma einen ganz normalen Abend zu verbringen. Obwohl die beiden noch nicht volljährig sind, haben sie es dennoch geschafft, sich in einen der angesagtesten Clubs der gesamten Stadt zu schmuggeln. Beide sind unbeschwert und genießen die Zeit auf der Tanzfläche. Doch es dauert nicht lange, bis Kaylee ein hübsches Mädchen entdeckt, das von einem dunklen Schatten umgeben zu sein scheint. Dies beschwört einen von Kaylees panischen Anfällen herauf, sodass die beiden den Club verlassen. Schon in ihrer Kindheit hatte Kaylee immer wieder Probleme mit Panikattacken. Doch dieses Mal ist alles anders. Denn als Kaylee am nächsten Morgen den Fernseher einschaltet, wird in den Nachrichten vom Tod eines Mädchens berichtet. Als ein Foto gesendet wird, stockt Kaylee der Atem. Es ist genau dasselbe Mädchen, auf dem am Abend zuvor der dunkle Schatten lag. Hat Kaylee etwa dessen Tod vorausgesehen? Und aus welchem Grund interessiert sich plötzlich der Frauenschwarm Nash Hudson für Kaylee? Welches Geheimnis verbirgt er?

 
 

New-York-Times-Bestsellerautorin Rachel Vincent lebt in San Antonio, Texas. Als Älteste von vier Geschwistern ist sie selten um Worte verlegen – was sicher auch dazu geführt hat, dass sie Schriftstellerin geworden ist. Vincent teilt sich ein Büro mit zwei schwarzen Katzen und ihrem Fan der ersten Stunde. Wenn sie nicht gerade schreibt oder vor Tornados flüchtet, liest sie oder geht ins Kino.

Kaylee Cavanaugh:

Seit ihre Mutter bei einem Autounfall gestorben ist, als Kaylee gerade drei Jahre alt war, lebt sie bei ihrer Tante Valerie und ihrem Onkel Brandon. Ihr Vater hat kaum noch Kontakt zu ihr, seit er nach Irland ausgewandert ist. Kaylee steht, im Gegensatz zu ihrer Cousine Sophie, nicht gerne im Mittelpunkt. Sie beobachtet das Geschehen aus sicherer Entfernung, wohingegen Sophie sich mitten ins Getümmel stürzt und alle Blicke auf sich zieht. Sie ist Schulsprecherin, Mitglied im Tanzteam und der ganze Stolz ihrer Eltern. Diese tun sich nicht immer leicht, ihre Tochter mit Kaylee gleichzusetzen, was Sophie immer wieder gegen diese ausspielt. Sophie hält Kaylee für einen Freak, nachdem diese wegen ihrer panischen Anfälle in psychiatrischer Behandlung gewesen ist. Mittlerweile hat Kaylee die Attacken jedoch besser unter Kontrolle, sodass sie beinahe wie eine normale Teenagerin in die Unterstufe der Eastlake Highschool gehen kann.


Nash Hudson:

Anders als Kaylee geht Nash bereits in die 12. Klasse und somit in die Oberstufe der Eastlake Highschool. Er gilt als absoluter Frauenheld und hat sich von seiner letzten Freundin vor gerade einmal einer Woche getrennt. Auch Sophie hat ein Auge auf ihn geworfen. Umso mehr trifft es sie, als Sophie bemerkt, dass Nash weniger Interesse an ihr, als an ihrer unscheinbaren Cousine Kaylee hat. Diese kann sich die ungewohnte Aufmerksamkeit selbst nicht erklären, doch sie genießt jeden Moment in Nashs Nähe. Wie auch Kaylee hat er in seiner Kindheit einen Elternteil verloren. Er kennt den Verlust. Doch nicht nur dieser Umstand verbindet die beiden miteinander. Ihre Schicksale sind untrennbar miteinander verbunden. Doch noch ahnt Kaylee nichts davon...

Die Erzählung beginnt spannend und actiongeladen, als der Leser Kaylee und ihre beste Freundin Emma bei ihrem Ausflug in den Club begleitet. Hier findet auch das erste Zusammentreffen mit Nash statt, der sich sofort um Kaylees Aufmerksamkeit bemüht. Kurz darauf wird das Tempo merklich angezogen, als Kaylee eine Panikattacke bekommt. Tief in ihrem Inneren weiß sie, dass das Mädchen, das sie zuvor noch unbeschwert im Club gesehen hat, sterben wird. Die Begebenheit wird dabei aus Kaylees Sicht erzählt, sodass ihre Ängste und Sorgen beinahe greifbar erscheinen. Dieser Erzählstil erhöht die Spannung noch zusätzlich, da der Leser gemeinsam mit Kaylee hinter das Geheimnis ihrer Herkunft kommen muss. Wenngleich andere Charaktere schon die Lösung des Rätsels kennen, muss sich Kaylee ihre Antworten nach und nach erarbeiten und sich so Manches zusammenreimen.

Thematisch gesehen sind Banshees eine Spezies, über die ich in Romanen noch nicht viel gelesen habe. Deshalb ist der Ansatz für mich besonders ansprechend. Rachel Vincent gelingt es, die Spannung kontinuierlich zu steigern und ihre Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Der Schreibstil bleibt dabei stets modern und flüssig. Die Wortwahl mutet jugendlich und frisch an, sodass sich das gesamte Buch in einem Rutsch lesen lässt. Schon nach kurzer Zeit entwickelt sich eine romantische Beziehung zwischen Nash und Kaylee, die für meine Begriffe aber etwas schnell entsteht und etwas oberflächlich bleibt. Die beiden reden kaum über ihre Gefühle, doch Kaylee schwebt auf Wolke Sieben, weil sich ein so überaus attraktiver Junge wie Nash für sie interessiert. Sie schwankt zwischen Glück und Zweifel, da sie nicht nachvollziehen kann, weshalb seine Wahl ausgerechnet auf sie gefallen ist. Erst zum Ende hin scheint sie Nash zu glauben und kann sich in seiner Gegenwart ein stückweit mehr fallen lassen. Langsam aber sicher spielen die beiden sich immer besser aufeinander ein, sodass recht gut verdeutlicht wird, was sie füreinander empfinden.

Als Hauptprotagonisten agieren die beiden sehr passend und stimmig. Beide haben genug Tiefgang, wenngleich ich mit Nash im Verlauf der Erzählung leider noch nicht wirklich warm geworden bin. Auch die anderen Charaktere haben überzeugt. Sie sind vielfältig und verschieden. Besonders Kaylees beste Freundin Emma steht ihr stets mit Rat und Tat zur Seite, wohingegen ihre Cousine Sophie ihrer Rolle als verwöhntes Prinzesschen wirklich alle Ehre macht. Auch Kaylees Tante Val und ihr Onkel Brandon sind Sympathieträger. Obwohl sie etwas über das Erbe ihrer Nichte wissen, wollen sie dennoch nur das Beste für sie und versuchen stets, sie von allem Übel fernzuhalten.

Besonders auf den letzten Seiten steigt die Spannung noch einmal merklich an. Der Autorin gelingt es, mich nochmals zu überraschen. Die meisten der offenen Fragen werden geklärt, sodass der Leser nach dem Ende der Geschichte nicht vollkommen in der Luft hängt. Dennoch bleibt noch genug Raum für eine Fortsetzung und ein Wiedersehen mit den Protagonisten. Mittlerweile gibt es in deutscher Sprache fünf Teile der Reihe, sodass sicherlich noch das ein oder andere Abenteuer auf Kaylee und ihre Freunde wartet. Insgesamt ist „Mit ganzer Seele“ ein durchaus gelungener Serienauftakt, der Lust auf mehr macht. Ich werde die anderen Bände der Reihe also definitiv im Hinterkopf behalten.

 
1. Mit ganzer Seele
2. Rette meine Seele
3. Halte meine Seele
4. Schütze meine Seele
5. Berühre meine Seele

Der sechste und siebte Band der Reihe sind nur in Originalsprache erhältlich:

6. Before I Wake
7. With All My Soul 


  

Liebe Grüße

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