[Rezension] Selkie von Antonia Neumayer

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Titel: Selkie
Autorin: Antonia Neumayer
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 10. April 2017
ISBN-13: 978-3453317994
Preis: 12,99(TB) und 9,99€ (eBook)
Seitenzahl: 512
Genre: Fantasy
Leseprobe: hier




Das Leben auf den schottischen Orkney-Inseln ist wild und einsam, das weiß die siebzehnjährige Kate Corrigal besser als jeder andere. Vor allem seit ihre Mutter die Familie verlassen hat und der  Vater  sich nicht mehr um sie und ihren älteren Bruder Gabe kümmert. Trotzdem ist Kate glücklich – schließlich halten sie und Gabe wie Pech und Schwefel zusammen. Bis zu dem Tag, an dem drei mysteriöse Besucher auf der Insel auftauchen, um Gabe mitzunehmen. Ohne Angabe von Gründen. 

Kate spürt, dass ihr Bruder in Gefahr ist, und schleicht sich heimlich auf das Schiff der Fremden, bevor diese am nächsten Morgen aufbrechen. Doch mitten auf der Nordsee wird Kate entdeckt. Nicht von den drei Fremden, sondern von Ian. Der schweigsame junge Mann hält sich ebenfalls verbotenerweise an Bord auf. Und als ein Schuss fällt, muss Kate sich entscheiden: Lässt sie sich als blinder Passagier  von den Männern fangen, die ihr Gabe weggenommen haben, oder springt sie mit Ian ins eiskalte Meer und flieht? Kate springt. Und taucht an der Seite Ians in das größte Abenteuer ihres Lebens ein. Ein Abenteuer, in dem sie nicht nur alles infrage stellen wird, was sie je über ihre Inselwelt zu wissen glaubte, sondern auch einem unglaublichen Familiengeheimnis auf die Spur kommt…


 
Katherine und Gabriel Corrigal:

Kate und Gabe leben gemeinsam mit ihrem Vater auf Shapinsay im Norden der schottischen Orkney-Inseln. Ihre Mutter hat die Familie vor vielen Jahren verlassen. Auch wenn die Geschwister ihren Vater bei allem unterstützen, so ist der doch nur noch ein Schatten seiner selbst. Er ertränkt seine Sorgen in Alkohol und kann seine geliebte Frau einfach nicht vergessen. Kate und Gabriel müssen zusammenhalten, um neben ihren schulischen Verpflichtungen auch noch die Pflichten ihres Vaters zu übernehmen. Anders als Gabe ist Kate eher schüchtern. Sie schraubt gerne an Motoren und hat nur wenige richtige Freunde, wohingegen ihr Bruder stets im Mittelpunkt des Geschehens steht und sich vor Liebeleien kaum retten kann.


Geschichten über das Meer und alle darin lebenden Wesen haben mich schon immer fasziniert. Meerjungfrauen, Hippokampen, Kelpies und mit Antonia Neumayers Buch nun auch die Selkies. Als ich das wunderschöne meerblaue Cover also gesehen habe, war für mich von Anfang an klar, dass der Roman direkt auf meine Wunschliste wandert. Leider konnte mich trotz meiner Vorfreude, das erste Drittel der Geschichte kaum fesseln. Der Einstieg wirkt etwas konstruiert und auch sprachlich bleibt die Geschichte zunächst etwas holprig. Im Verlauf der Geschichte wird die Sprache flüssiger und die junge Autorin arbeitet sehr gerne mit Ironie und Sarkasmus, sodass ich beim verbalen Schlagabtausch zwischen Kate und Ian immer wieder schmunzeln musste.

Dennoch bleibt das Erzähltempo zunächst unglaublich niedrig und auf den ersten 200 Seiten passiert nichts anderes, als das, was im Klappentext schon erwähnt worden ist. Die Handlung zieht sich ziemlich in die Länge und ich konnte das Buch immer wieder für einige Zeit aus der Hand legen. Erst im zweiten Drittel nimmt die Handlung endlich an Fahrt auf. Wir lassen die Geschehnisse aus dem Klappentext hinter uns und begleiten Kate in ein spannendes Abenteuer. Leider tauchen die für den Roman namensgebenden Selkies erst im hinteren Teil des Buches auf, auch wenn schon viel früher ersichtlich ist, wer sich hinter den Fabelwesen wirklich verbirgt. In dieser Hinsicht ist die Erzählung also leider etwas zu vorhersehbar und ich hätte mir noch die eine oder andere Wendung gewünscht. Auch Hintergründe oder Sagen über Selkies hätten sicherlich gut zur Geschichte gepasst. Nach der langen Anlaufphase habe ich mich dennoch richtig gefreut, dass die Autorin noch die Kurve gekriegt hat und mich letzten Endes doch noch fesseln konnte. 

Die Hauptprotagonistin Kate ist oft impulsiv und handelt ohne vorher nachzudenken. Sie steht unerschütterlich hinter ihrem Bruder und riskiert ihr Leben für ihn, auch wenn sie für ihn letzten Endes alles in Frage stellen muss, was sie bisher in ihrem Leben geglaubt hat. Von Anfang an konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. Im Gegensatz dazu hat mir Gabriel nicht annähernd so gut gefallen. Auch wenn immer wieder betont wird, wie nah sich die Geschwister stehen, so verhält er sich doch an keiner Stelle wie der liebende Bruder, der er eigentlich sein sollte. Gabe ist feige und kann mit dem Mut seiner Schwester in keinster Weise mithalten. Die Nebencharaktere tragen die Geschichte und machen sie zusätzlich interessant. Es ist schwer zu erkennen, wer Freund und Feind ist. Der Konflikt zwischen den verfeindeten Parteien schwelt schon seit Jahrhunderten und seine geschichtlichen Hintergründe wirken durchdacht und glaubhaft.

Das Ende der Geschichte schließt die Handlung komplett ab, doch Potential für eine Fortsetzung ist meiner Meinung nach auf jeden Fall vorhanden! Auch wenn ich mit dem Buch zu Beginn einige Startschwierigkeiten hatte, so konnte mich die Autorin mit ihrer Idee letzten Endes doch noch überzeugen und ich kann den Roman gerne weiterempfehlen.


Antonia Neumayer wurde 1996 in München geboren. Nach dem Abitur absolvierte sie verschiedene Praktika, u.a. in den Bavaria Filmstudios, und studiert inzwischen Germanistik und Theaterwissenschaften in München. Ihre große Leidenschaft gehört jedoch der Fantastik. Bereits als Kind dachte sie sich Geschichten und Abenteuer für ihre Freunde aus. Sie schrieb mehrere Kurzgeschichten, bevor sie mit "Selkie" ihren ersten Roman verfasste. Die Autorin lebt in der Nähe von München.



Vielen Dank an den Heyne Verlag  für die Bereitstellung
dieses Rezensionsexemplars!

9 Kommentare:

  1. Hallo liebe Lisa :)
    vielen Dank für die schöne Rezension, auch wenn sie mir leider wenig Mut macht das Buch zu kaufen. Ich liebe das Wasser auch, mag also Geschichten die daraus entstehen. Aber ich habe es nicht mal über die 20 Seiten von Herr der Ringe geschafft, da werde ich es auch nicht über die 200 hier schaffen denke ich ;) Aber immerhin hat es ein schönes Cover :)
    Liebe Grüße
    Romi :)

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    1. Hallo Romi :)

      Gerne! Oh, durch Herr der Ringe habe ich mich tatsächlich auch bis Band 3 durchgequält, den ich dann schlussendlich abgebrochen habe, weil ich den trockenen Stil komplett satt hatte *lach* Ich glaube allerdings, dass es das letzte Buch war, das ich abgebrochen habe, also bin ich auch bei "Selkie" tapfer gewesen und wurde letzten Endes doch belohnt!

      Liebe Grüße

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  2. Huhu,

    sehr schöne Rezi :)

    Bei dem Buch bin ich mir irgendwie dennoch total unsicher, ob ich es mir holen sollte. Es steht aber auf meiner Wuli. Ich werde es erstmal drauf lassen :)

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende ♥

    Liebe Grüße

    Sunny

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    1. Huhu Sunny!

      Danke ♥ Ich kann wirklich verstehen, dass du bei dem Buch unsicher bist, aber an deiner Stelle würde ich es auch auf der Wunschliste stehen lassen. Vielleicht ist die Gelegenheit irgendwann mal günstig und du kannst es ergattern :)

      Liebe Grüße

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  3. Wow, das Buch hat ja doch noch eine richtige gute Bewertung bekommen. Anfangs warst du ja nicht so begeistert, wie du in deiner Rezension auch schreibst. Es freut mich, dass dich das Buch doch noch überzeugen konnte.

    LG, Moni

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    1. Hallo Moni!

      Ja, die Story hat glücklicherweise noch die Kurve bekommen und da die letzten Seiten mich wirklich mitgerissen haben, ist die Bewertung doch noch so gut ausgefallen ;)

      Liebe Grüße

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  4. Hallo =)
    Oh man, das Cover sieht so toll aus. Gleich als ich es gesehen habe musste es auf die Wunschliste. Aber ich habe jetzt echt schon von einigen gehört, dass die Geschichte nicht an Fahrt aufnimmt und fast gar nicht im Wasser spielt. Von daher wird das Buch wohl leider von der Liste wieder verschwinden :(
    Ganz Liebe Grüße =)
    Ann-Marie Büchereules Welt

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    1. Huhu :)

      Kann ich auf jeden Fall gut nachvollziehen. Das Cover lockt und macht neugierig, dabei muss man auf die fantastischen Elemente doch recht lange warten und es dauert eine ganze Weile, bis die Geschichte endlich an Schwung aufnimmt ;)

      Liebe Grüße

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    2. Ja das ist soo schade :/
      Ich hatte es mir, so ähnlich wie Meeresflüstern vorgestellt. Aber es hört sich echt nicht so an als wäre es die Richtung :/
      Ganz Liebe Grüße :)

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