[Rezension] Amrita – Am Ende beginnt der Anfang von Aditi Khorana

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Originaltitel: The Library of Fates
Titel: Amrita – Am Ende beginnt der Anfang
Autorin: Aditi Khorana
Verlag: Dressler
Erscheinungsdatum: 21. August 2017
ISBN-13: 978-3791500560
Preis: 17,99€ (Hardcover) und 12,99€ (eBook)
Seitenzahl: 320
Genre: Fantasy, Jugendbuch
Leseprobe: hier




Wohlbehütet und beschützt wächst Amrita als Tochter des Maharadschas im Königreich Shalingar auf. Die Welt außerhalb des Palastes ist ihr vollkommen fremd. Doch nun wendet sich ihr Schicksal. Um den Frieden zwischen den Königreichen Shalingar und Makedon zu wahren, soll Amrita den Kaiser Sikander heiraten und ein Teil seines Harems werden. Doch hinter Sikanders Heiratsplänen verbergen sich heimtückische Absichten. 

Amrita flieht mit der Seherin Thala an ihrer Seite aus dem Palast, um der Hochzeit zu entgehen. Dabei muss sie alles hinter sich lassen, was ihr lieb und teuer ist. Die beiden begeben sich auf eine gefährliche Reise, um die geheimnisvolle „Bibliothek des Seins“ zu finden, in der die Lebensgeschichte eines jeden Menschen festgehalten wird. Die Bibliothek ist Amritas letzte Hoffnung, ihr Schicksal noch zu wenden.


Amrita:

Amrita ist die Tochter des Maharadscha von Shalingar. Mit ihren 16 Jahren hat sie im Gegensatz zu ihrem besten Freund Arjun noch nicht viel von der Welt gesehen. Dieser bringt ihr von seinen Reisen immer wieder kleine Geschenke mit, damit Amrita zumindest in ihren Gedanken fremde Orte bereisen kann. Zu ihrem Vater Chandradev hat sie ein herzliches Verhältnis, ihre Mutter kennt sie hingegen nicht, denn der Verlust schmerzt den Maharadscha noch immer zu sehr, sodass er nicht darüber sprechen möchte.
 
Thala:

Ursprünglich stammt Thala aus Makedon, wo sie ihrer Familie jedoch entrissen wurde, als Sikander von ihren seherischen Fähigkeiten erfahren hat. Seitdem stellt er sie unter den Einfluss von starken Drogen, um ihre Visionen zu verstärken. Auf diese Weise erhofft er sich eine Festigung seiner eigenen Macht. Seit Jahren schon ist Thala nun seine Gefangene und sie hat wenig Hoffnung darauf, je wieder ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.


Schon auf den ersten Blick ist „Amrita – Am Ende beginnt der Anfang“ von Aditi Khorana ein absolutes Highlight. Auch unter dem Schutzumschlag ist das Buch liebevoll gestaltet und selbst im Inneren sind jeweils am Kapitelanfang reichliche Verzierungen zu finden.

Die ersten Seiten haben mich dann direkt in Amritas Welt entführt, nach Shalingar, wo sie als Tochter des Maharadschas ein unbeschwertes Leben führt. Immer an ihrer Seite ist ihr bester Freund Arjun, für den sie in letzter Zeit zärtliche Gefühle entwickelt hat. Doch nun soll Amrita Teil des Harems des Kaisers Sikander von Makedon werden. Als Brautgeschenkt bringt er ihr ein Orakel dar, ein Mädchen, das gefesselt, geknebelt und misshandelt worden ist, obwohl Sklaverei in Shalingar nicht geduldet wird. Einem spontanen Impuls folgend befreit Amrita Thala und die beiden begeben sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch die Wüste.

Der Schreibstil ist ausladend und voller Details, sodass das orientalische Setting vor meinen Augen direkt lebendig geworden ist. Die Beschreibungen werden im Mittelteil allerdings immer weniger und auch die Handlung wird recht zügig abgehandelt. Amrita ist leider die Sorte von Protagonistin, der alles ziemlich leicht fällt und auf Anhieb gelingt. Die Idee hinter der Geschichte ist wirklich toll, allerdings entwickelt sich doch alles ziemlich rasch und ich hätte mir noch den einen oder anderen Twist in der Handlung gewünscht. So erscheint die Reise der beiden leider etwas zu glatt und konstruiert. Allerdings fliegen die Seiten nur so dahin und auch wenn die meisten Etappen doch ziemlich vorhersehbar gewesen sind, hat mich die Geschichte dennoch gefesselt und zwischenzeitlich überschlagen sich die Ereignisse förmlich.

Amrita und Thala haben mir im Zusammenspiel als Protagonistinnen sehr gut gefallen. Allerdings scheinen beide doch charakterlich etwas wankelmütig. Zu Beginn ist mir Amrita sehr sympathisch gewesen, sie hat ein liebevolles Verhältnis zu ihrem Vater und in ihrem Jugendfreund Arjun ihre erste große Liebe gefunden. Doch schon kurz nach ihrer Flucht wirkt sie unsicher, beinahe verloren. Es wird deutlich, dass die Welt außerhalb des Palasts für sie vollkommen neu ist, weshalb sie des Öfteren naiv und etwas unbeholfen handelt. Erst zum Ende scheint sie gefestigter und reifer als noch zu Beginn der Geschichte. Enttäuscht hat mich allerdings der Ausgang der Liebesgeschichte zwischen Amrita und Arjun, der für mich so leider nicht nachvollziehbar gewesen ist. 

Das Ende hat mir gut gefallen und sich harmonisch in das Gesamtkonzept gefügt. Auch wenn es kein Happy End im klassischen Sinn darstellt, so hat doch jeder seinen vorbestimmten Platz im Leben gefunden und sein Schicksal akzeptiert. „Amrita – Am Ende beginnt der Anfang“ überzeugt mit einem starken Anfang, mit guten Ideen, deren Umsetzung leider etwas am Tempo der Geschichte scheitert. Es passiert zu viel auf zu wenigen Seiten, sodass die Detailverliebtheit vom Anfang schnell verloren geht. Der Schluss hat mich allerdings wieder versöhnlich gestimmt und ein gutes Gefühl hinterlassen, als ich das Buch endgültig beiseitegelegt habe. 

Ein Tipp zum Schluss an alle, die das Buch noch lesen möchten: lest nicht den Klappentext zum Buch!  Meiner Meinung nach verrät er ein wesentliches Detail der Handlung und ist deshalb nicht komplett spoilerfrei 😉


Aditi Khorana ist in Indien, Dänemark und den USA aufgewachsen und lebt heute in Los Angeles. Sie hat als Journalistin für verschiedene amerikanische Fernsehsender gearbeitet und zuletzt große Hollywood Studios wie FOX, Paramount oder SONY beraten. Sie lebt in Los Angeles und verbringt ihre Freizeit beim Lesen, Wandern und Erkunden der Architektur von LA.  "Amrita – Am Ende beginnt der Anfang" ist ihr Debüt in Deutschland.



Vielen Dank an Dressler  für die Bereitstellung
dieses Rezensionsexemplars!

4 Kommentare:

  1. Guten Morgen:)
    Das Buch hört sich ja sehr interessant an. Ich finde das voll blöd, wenn im Klappentext so viel beschrieben wird,dass es nicht mehr "spannend" oder spoilerfrei bleibt.
    Sehr Schade, dennoch finde ich Deine Rezi ziemlich gut und freue mich, dass es Dich ganz gut unterhalten hat.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Huhu Andrea :)

      Das geht mir genauso. Besonders ärgerlich ist es natürlich, wenn man es erst merkt, dass man eigentlich gespoilert wurde, während man schon mitten in der Geschichte steckt! Danke 💛

      Liebe Grüße

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  2. Hey!
    Auch hier kann ich mich dir anschließen. Mir hat die Geschichte sehr gefallen, aber ich glaube, dass es ihr gut getan hätte, wenn man einen Zweiteiler daraus gemacht hätte und der Geschichte insgesamt mehr Raum gegeben hätte, sich langsamer zu entfalten. Einige Sprünge waren wirklich zu groß.
    Aber trotzdem fand ich die Weisheit in der Geschichte ganz wunderbar und habe die Geschichte genossen.
    LG
    Yvonne
    #litnetzwerk

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    1. Huhu Yvonne :)

      Deine Idee mit dem Zweiteiler finde ich super, das hätte die ganze Geschichte sicherlich ein ganzes Stück weit entspannt. Die Grundidee und der Anfang waren auch wirklich toll, aber dann ging einfach alles viel zu schnell. Dennoch werde auch ich das Buch auf jeden Fall in guter Erinnerung behalten!

      Liebe Grüße

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