[Rezension] Piniensommer (Bd.2) von Stefanie Gerstenberger

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Achtung, diese Rezension kann Spoiler enthalten, da das Buch Teil einer Reihe ist!





Titel: Piniensommer
Autorin: Stefanie Gerstenberger
Verlag: Diana Verlag
Erscheinungsdatum: 22. Mai 2017
ISBN-13: 978-3453291614
Preis: 19,99€ (Hardcover) und 15,99€ (eBook)
Seitenzahl: 448
Genre: Roman
Leseprobe: hier




Sizilien 1965: Nicola liebt das Meer. Seine Mutter fleht ihn an, das gefährliche Apnoetauchen sein zu lassen, trotzdem geht er in jeder freien Minute auf Tauchgang. Auch an Stella, seiner große Liebe, hält Nicola gegen den Willen seiner Familie fest. Die beiden kommen aus unterschiedlichen Welten, haben sich jedoch heimlich verlobt und planen ihre Hochzeit. Glücklich fahren sie jeden Tag zum Architekturstudium nach Palermo und träumen von einer gemeinsamen Zukunft.

Dort erleben sie hautnah mit, wie die Mafia die Bevölkerung drangsaliert. Nicola will handeln: Zusammen mit Freunden gründet er einen illegalen Radiosender, um gegen die Missstände zu protestieren. Palermo ist in Aufruhr, Nicola ist kurz davor, aufzufliegen. Doch Stella ahnt nicht, dass ihr gemeinsames Schicksal aus einer völlig anderen Richtung bedroht wird. Und sie alles, was ihr etwas bedeutet, verlieren könnte.


Maristella di Camaleo:

Nach dem Freitod ihrer Mutter lebt Stella wieder im Haus ihres Vaters, der jeden Tag versucht, die Fehler seiner Vergangenheit wiedergutzumachen. Er schenkt seiner Tochter Aufmerksamkeit und Stella ist an allen wichtigen Entscheidungen im Haushalt der di Camaelos beteiligt. Seit einigen Monat pendelt Stella täglich nach Palermo, um sich ihren großen Traum vom Architekturstudium zu erfüllen. 

Nicola Messina:

Seit seiner Kindheit übt sich Nico im Apnoe-Tiefseetauchen und hat es in seinem Hobby zu beachtlichen Erfolgen gebracht. Auch wenn seine Mutter Flora ihn auf Knien darum bittet, dem Meer fernzubleiben, so zieht es ihren Sohn doch immer wieder in die blauen Tiefen des Ozeans. Auch sein Architekturstudium leidet immer wieder unter seinem Hobby, da Nico seine Freizeit viel lieber am Strand als über seinen Büchern verbringt. 


Mit „Piniensommer“ führt Stefanie Gerstenberger die Geschichte von Stella und Nico weiter, die ihre Leser ein weiteres Mal nach Sizilien entführt. Es handelt sich um den zweiten Band einer Reihe, dennoch ist es gut möglich, beide Teile auch getrennt voneinander zu lesen. „Das Sterneboot“ beschreibt vor allem Erlebnisse aus der gemeinsamen Vergangenheit von Stella und Nico, aus ihrer Kindheit und den ersten Schultagen. In „Piniensommer“ sind die beiden zu jungen Erwachsenen herangereift, die ihren Traum leben und an der Universität von Palermo Architektur studieren. Es gibt zwar vereinzelt Verweise auf Geschehnisse aus dem ersten Band, doch für das Grundverständnis der Geschichte sind sie vernachlässigbar. Einzig die Charakterzeichnung der einzelnen Protagonisten wird natürlich um einiges genauer, detaillierter und gehaltvoller, wenn der erste Band der Reihe zuerst gelesen wird.

Stefanie Gerstenberger erzählt einfühlsam und voller Begeisterung von Stellas und Nicos gemeinsamen Leben auf Sizilien. Durch die bildhaften Beschreibungen fühlt es sich beinahe wie Urlaub an. Besonders der Anfang ist unbeschwert und die beiden genießen ihre gemeinsame Zeit. Sie planen nach der heimlichen Verlobung bereits ihre Hochzeit und Stella sieht sich schon am Ziel ihrer Träume. Das Setting ist also zunächst sommerlich und sorglos, bis ein schwerer Schicksalsschlag das Leben von Stella und ihrer Familie erschüttert. Doch auch dann gelingt es der Autorin, dieses schwere Thema gekonnt zu verpacken. Sie berichtet voller Emotionen und voller Feingefühl von den nachfolgenden Jahren. 

Neben der Liebesgeschichte steht vor allem auch Stellas Familiengeschichte im Vordergrund. Doch damit nicht genug, werden auch immer wieder historische Fakten und Geschehnisse aus der Zeit eingewoben, die die Geschichte umso glaubwürdiger erscheinen lassen.

Im Vergleich zum ersten Band der Reihe haben sich beide Hauptcharaktere weiterentwickelt. Besonders Stella, die wesentliche Aufgaben im Haushalt übernimmt und sich mit Elan in ihr Studium stürzt. Sie ist reifer und besonnener als noch in „Das Sternenboot“. Nico hingegen hat sich seine kindlichen Züge erhalten. Noch immer steht das Tauchen für ihn an erster Stelle und sein Studium kann ihn nicht vollkommen erfüllen. Nur die Demonstrationen und Streiks in Palermo, die das Regime und die Obrigkeit anprangern faszinieren ihn so tiefgehend, dass er selbst beschließt, endlich etwas gegen die Ungerechtigkeiten in Bellaforte zu unternehmen.  

Wie auch die Charaktere, so scheint auch die Geschichte an sich erwachsener und reifer. Es passiert wirklich einiges, doch auf 448 Seiten ist die Erzählung weder langatmig noch stockend. Jede neue Seite hat mir Spaß gemacht und auch nach der schicksalhaften Wendung bleibt die Erzählung weiterhin sehr gut nachvollziehbar. Das Ende ist etwas plötzlich und unangekündigt, dennoch habe ich Stella ihr Glück natürlich von Herzen gegönnt. In meinen Augen übertrifft die Autorin ihren ersten Band mit dem zweiten noch um ein ganzes Stückchen. 

Es handelt sich bei „Piniensommer“ also definitiv nicht um einen lockeren Sommer, Sonne, gute Laune Strandroman. Stefanie Gerstenberger erzählt vielmehr die Geschichte einer jungen Liebe, die ihren Ursprung in Sizilien in den 60er Jahren hat. Auch Familie, Freundschaft, Hoffnung und Glaube spielen eine tragende Rolle und machen die Geschichte zu etwas Besonderem. Wer also auf der Suche nach einer schönen Urlaubslektüre mit einem gewissen Maß an Anspruch ist, dem kann ich die Reihe wirklich empfehlen.



Band 1: Das Sternenboot
Band 2: Piniensommer


Stefanie Gerstenberger, 1965 in Osnabrück geboren, studierte Deutsch und Sport. Sie wechselte ins Hotelfach, lebte und arbeitete u. a. auf Elba und Sizilien. Nach einigen Jahren als Requisiteurin für Film und Fernsehen begann sie selbst zu schreiben. Ihr erster Roman "Das Limonenhaus" wurde von der Presse hoch gelobt und auf Anhieb ein Bestseller, gefolgt von "Magdalenas Garten", "Oleanderregen", "Orangenmond" und "Das Sternenboot". Die Autorin wurde mit dem DeLiA-Literaturpreis ausgezeichnet und lebt mit ihrer Familie in Köln.


 

Vielen Dank an den Diana Verlag  für die Bereitstellung
dieses Rezensionsexemplars!

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