[Rezension] Tochter des dunklen Waldes von Katharina Seck

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Titel: Tochter des dunklen Waldes
Autorin: Katharina Seck
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 24. November 2017
ISBN-13: 978-3404208807
Preis: 12,00(TB) und 9,49€ (eBook)
Seitenzahl: 416
Genre: Fantasy
Leseprobe: hier




Mit ihrem Onkel und ihrer Tante lebt Lilah am Rand des dunklen Waldes, der an das Dörfchen Grünweite grenzt. Die Dorfbewohner erzählen sich schon seit jeher Schauergeschichten über den düsteren Morgenwald, in dem die wunderlichsten Kreaturen hausen sollen. Niemand betritt den dunklen Wald freiwillig und dennoch fühlt Lilah sich auf unerklärliche Weise von ihm angezogen. Er übt eine Faszination auf sie aus, die sie sich selbst nicht erklären kann. Als dann eines Morgens die Leiche einer jungen Frau am Waldrand gefunden wird und Lilahs Sommerliebe Dorean spurlos verschwindet, beschließt sie, der Sache auf den Grund zu gehen. Doch dazu muss Lilah sich all den düsteren Legenden stellen und sich selbst in den dunklen Morgenwald wagen... 



Lilah:

Seit dem Verschwinden ihrer Eltern lebt Lilah bei ihrem Onkel Ben und ihrer Tante Marta, die das Wirtshaus Schwarze Eiche im kleinen Dörfchen Grünweite bewirtschaften. Schon immer hat Lilah eine ganz besondere Verbindung zur Natur. Sie sammelt Kräuter und Pflanzen, um aus ihnen Salben und Arzneien herzustellen.

Dorean:

Dorean lebt in einem der Nachbardörfer und kommt nur in den Sommermonaten nach Grünweite, um den Männern bei der Arbeit auf dem Feld zu helfen. Er gilt als Einzelgänger und bleibt gerne für sich. Nur Lilah hat nach einiger Zeit geschafft, eine Art Freundschaft zu ihm aufzubauen und hegt heimlich romantische Gefühle für ihn.


Zu Beginn von „Tochter des dunklen Waldes“ steht ein Prolog, der das Märchen vom träumenden Mädchen und dem Eichenherz erzählt. Ein perfekter Einstieg, der die Angst der Dorfbewohner vor dem Wald verdeutlicht und eine düstere, schauderhafte Kulisse heraufbeschwört. Die Grundidee hinter dem Buch hat mich von Anfang an gefangengenommen. Ein dunkler Wald, von düsteren Mythen umrankt, ein junges Mädchen und ihre große Liebe. Was sich im Morgenwald offenbart ist wirklich magisch, auch wenn ich an dieser Stelle nicht allzu viel verraten möchte.
 
Katharina Secks Schreibstil  ist ausschweifend, atmosphärisch und steckt voller Details, die den dunklen Wald lebendig werden lassen. Dennoch wirkt die Sprache dadurch sehr tragend und gemächlich, es gibt viele Schachtelsätze und der Handlungsfortschritt hat doch das ein oder andere Mal durch die ausufernden Beschreibungen gelitten. Leider verliert sich die Spannung allzu oft in den ausufernden Beschreibungen der Umgebung, sodass die Handlung stellenweise nicht wirklich vorankommt. Der rote Faden ist allerdings deutlich zu erkennen und es gibt einige unerwartete Wendungen. Dennoch ist insgesamt ein Großteil der Handlung für mich doch zu vorhersehbar gewesen und die Enthüllungen haben mich nicht mehr wirklich überraschen können.

Auf der einen Seite wird die Kulisse liebevoll und detailliert beschrieben, aber auf der anderen Seite hat es durchaus Passagen gegeben, die vor allem inhaltlich nicht detailliert genug gewesen sind. Besonders im letzten Drittel hat mir handlungstechnisch gesehen etwas die Tiefe gefehlt, um vollständig in die Erzählung abtauchen zu können. Nach der Lektüre sind bei mir also noch immer einige Fragen offen, die im Handlungsverlauf nicht ganz zufriedenstellend beantwortet worden sind.

Lilah und Dorean haben mir als eigenständige Protagonisten gut gefallen und auch als Pärchen haben die beiden durchaus Potential, dass allerdings nicht vollständig ausgeschöpft worden ist. Lilah wirkt sehr jung, teilweise naiv und läuft Dorean hinterher, obwohl er sie mehrfach abweisend behandelt. Dorean hingegen wirkt von Anfang an sehr mysteriös und es ist offensichtlich, dass er etwas verbirgt. Seine Seite konnte ich stets gut nachvollziehen, wohingegen ich bei Lilahs Entscheidungen einige Male nur den Kopf geschüttelt habe. Beide bleiben leider vergleichsweise blass und auch ihre große Liebe war für mich leider nicht ganz nachvollziehbar.

Katharina Seck beweist in „Tochter des dunklen Waldes“ ihre Kreativität und fängt die Atmosphäre des dunklen Waldes wunderbar ein. Insgesamt hat die Autorin mit ihrem neuesten Werk eine magische Welt geschaffen, die den Schauplatz für eine Geschichte voll Freundschaft, Magie und Geheimnissen bildet. Dennoch ist bei mir besonders durch den ausufernden Schreibstil der Funke nicht ganz übergesprungen. Auch inhaltlich hat mich die Erzählung nicht völlig fesseln können. Dennoch erhält das Buch solide 3 Sterne von mir und wer gerne mehr über die Magie des Waldes erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, sich an der Seite von Lilah selbst in den dunklen Morgenwald zu begeben ;)


Katharina Seck wurde 1987 in Rheinland-Pfalz geboren. Sie wuchs in einer mittelalterlichen, von einem Schloss gekrönten Kleinstadt im Westerwald auf und ging auf ein Gymnasium, das in einer fast 800 Jahre alten Zisterzienserabtei untergebracht ist. Die märchenhafte Atmosphäre dieses Ortes fand in der Beschreibung der malerischen Stadt Silberglanz auch Eingang in ihren Fantasy-Roman "Die silberne Königin". Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin arbeitet Katharina Seck in einer Verbandsgemeindeverwaltung.


Vielen Dank an Bastei Lübbe  für die Bereitstellung
dieses Rezensionsexemplars!

4 Kommentare:

  1. Huhu liebe Lisa,

    hm ausschweifende Erzählweisen mag ich ja so gar nicht... auch wenn sich die Story an sich, vor allem auch durch den magischen Aspekt und die düsteren Mythen schon interessant und gut anhört :). Ein weiteres Manko ist aber auch definitiv die Tatsache, dass nicht alle deine Fragen geklärt würden. Und dann auch noch recht blasse Protas, ohje!!!

    Liebe Grüße,
    Ally

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    1. Huhu liebe Ally :)

      Ja stimmt. So ein paar Kritikpunkte sind in meiner Rezension dann wohl doch zusammengekommen 😅 Dennoch hat mir die Geschichte in den Grundzügen gut gefallen, auch wenn man sicherlich noch mehr aus der tollen Idee hätte machen können.

      Liebe Grüße

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  2. Hey,

    Eine tolle Rezension!
    Der Klappentext sowie das Cover des Buches sprechen mich extrem an. Mal schauen, ob das Buch trotz des ausufernden Schreibstils, wie du es so schön bezeichnet hast, etwas für mich ist.

    Liebe Grüße,
    Myri

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    1. Hallo Myri!

      Du kannst gerne dein Glück versuchen. Am besten wirfst du vorweg einfach einen Blick in die Leseprobe, damit du direkt einen Eindruck vom Schreibstil hast :) Dann kannst du sicherlich besser entscheiden, ob du das Buch lesen möchtest oder nicht.

      Liebe Grüße

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