[Rezension] Der Engelsturm (Bd.4) von Tad Williams

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Achtung, diese Rezension kann Spoiler enthalten, da das Buch Teil einer Reihe ist!





Originaltitel: To Green Angel Tower II
Titel: Der Engelsturm
Autor: Tad Williams
Verlag: Klett Cotta
Erscheinungsdatum: 28. Juli 2014
ISBN-13: 978-3608938692
Preis: 25,00€ (Hardcover), 15,00€ (TB) und 9,99€ (eBook)
Seitenzahl: 889
Genre: High Fantasy
Leseprobe: hier




Heimlich hat sich Prinzessin Miriamel mit Simon auf den Weg zum Hochhorst nach Erkynland gemacht, um noch ein letztes Mal mit ihrem Vater sprechen zu können. Denn insgeheim hegt sie den verzweifelten Wunsch, Elias von seinem Wahnsinn zu befreien und Osten Ard endlich einen langanhaltenden Frieden zu schenken. Noch immer ist Simon auf der Suche nach Hellnagel, dem dritten der Großen Schwerter, um die Prophezeiung des Priesters Nisses zu erfüllen.

Derweil rüstet sich das Lager des Prinzen Josua für den letzten Schlag gegen den Hochkönig Elias. Auch Zweifler und Ängstliche schöpfen langsam wieder Hoffnung, denn an der Spitze des Heeres reitet ein Krieger aus der alten Zeit, der lange als verschollen galt oder gar für tot gehalten wurde. Als Utuk‘'ku, die Königin der Nornen erfährt, wer Josuas Heereszug anführt, schickt sie drei ihrer geschicktesten Späher mit dem Auftrag aus, den gefährlichen Krieger zu töten...





Prinz Josua:

Josua ist der Bruder des derzeit herrschenden Hochkönigs Elias, der Sohn des geehrten Johann Presbyter und seiner Frau Ebekah. Die beiden Brüder haben sich einst sehr nahe gestanden, doch Elias hat Josua nie verzeihen können, dass seine Ehefrau Hylissa bei einem Überfall auf ein von Josua bewachtes Geleit ums Leben gekommen ist. Im Kampf hat Josua seine rechte Hand und das Vertrauen seines älteren Bruders, der ihm von diesem Zeitpunkt an die Schuld an Hylissas Tod gegeben hat, verloren.

Prinzessin Miriamel:

Als Tochter des Hochkönigs Elias und seiner verstorbenen Gemahlin Hylissa fühlt sich Miramel oft wie ein Vogel im goldenen Käfig. Sie flieht aus dem Hochhorst, als es zu den ersten Unruhen in Osten Ard kommt, auf die Burg Naglimund zu ihrem Onkel Josua und stellt sich gegen ihren eigenen Vater. Doch auch in Naglimund fühlt sich die Prinzessin nicht wohl und schon bald setzt sie ihren eigenen Kopf wiederum durch und flieht aus der Burg. Sie erlebt viele spannende Abenteuer und entgeht oftmals nur knapp dem sicheren Tod. Auf ihren Reisen lernt sie Simon kennen und lieben.


Ein wirklich seltsames Gefühl, nun den letzten Teil der vierbändigen Reihe zu lesen, denn nach über 2000 Seiten sind mir die Charaktere wirklich sehr ans Herz gewachsen. Vor allem habe ich dabei die klugen Sprüche des Trolls Binabik gemocht, die mich immer wieder aufs Neue zum Schmunzeln gebracht haben. Dennoch habe ich mich andererseits auch auf das Ende gefreut und war wirklich gespannt auf das letzte Abenteuer

Da es sich bei "Der Engelsturm" also um den Abschlussband der Saga handelt, gibt es sehr viele tragende Charaktere, die alle für das Voranschreiten der Handlung wichtig sind. Nach und nach lernt der Leser immer neue Figuren kennen und jede Einzelne hat zu einer bestimmten Zeit ihren "großen Auftritt". Oftmals ist auch in diesem Band die Geschichte in mehrere Handlungsstränge unterteilt, sodass der Leser einen allumfassenden Überblick erhält. Zum Ende des Buches hin laufen die einzelnen Erzählungen auf gelungene Weise zusammen und es kommt zum finalen Aufeinandertreffen der einzelnen Charaktere. 

Ohne größere Verzögerungen wird der Leser zu Beginn der Geschichte direkt in das spannende Geschehen hinein katapultiert und findet sich im Lager des Prinzen Josua wieder, das gerade von einer kleinen Schar Nornen überfallen wird. Die Begebenheit wird vom Autor so packend geschildert, dass es mir wahrhaft den Atem verschlagen hat und ich vollends mitgefiebert habe. Auch im Verlauf des Romans kommt es immer wieder zu nervenaufreibenden Zusammenstößen der Anhänger der beiden verfeindeten Brüder, sodass der Spannungsbogen der Geschichte immer konstant aufrechterhalten wird. Dabei hat der Autor mich mit seinem detaillierten, anspruchsvollen, aber nie zu überladenen Sprachstil gefangen genommen, sodass ich das Buch nur sehr schwer wieder aus der Hand legen konnte.

Durch eine Karte gleich zu Beginn des Romans kann sich der Leser ohne viel Mühe in Osten Ard orientieren und sich die ganze Welt im Detail vorstellen. Auch der ausführliche Anhang mit Personen- und Ortsverzeichnis, sowie diversen Übersichten über die einzelnen Sprachen, Monate und andere Gebräuche der einzelnen Völker ergänzt die Erzählung toll und trägt dazu bei, die Geschichte noch tiefgründiger erscheinen zu lassen.

Auch bei den Personen lässt sich leicht eine Entwicklung vom ersten Band an erkennen, die sie realistisch und authentisch wirken lässt. Sie sind allesamt vielschichtig und nicht auf den ersten Blick zu durchschauen, was vielen von ihnen das besondere Etwas verleiht. Mit dem Ende des Romans bin ich im Großen und Ganzen sehr zufrieden gewesen, auch wenn ich mir ein anderes Finale ausgemalt hatte. Insgesamt hat mir die gesamte Osten Ard Saga wirklich sehr gut gefallen und ich würde sie jederzeit wieder lesen. Spannende High Fantasy vom allerfeinsten, die ich wirklich empfehlen kann!



Band 1: Der Drachenbeinthron
Band 2: Der Abschiedsstein
Band 3: Die Nornenkönigin
Band 4: Der Engelsturm


Tad Williams ist ein kalifornischer Superstar. Seine genre-erschaffenden und Genregrenzen sprengenden Bücher wurden mehrere zehn Millionen Male weltweit verkauft. Seine epischen Fantasy– und Science-Fiction-Reihen, fantastischen Geschichten jeglicher Art, Urban-Fantasyromane, Comics, Drehbücher etc., hatten einen starken Einfluss auf eine ganze Generation von Autoren. Tad arbeitet immer an mehreren geheimen Projekten. Er und seine Familie leben in den Bergen von Santa Cruz, in einem seltsamen und schönen Haus.


Vielen Dank an Klett Cotta  für die Bereitstellung
dieses Rezensionsexemplars!

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