[Rezension] Eine Handvoll Lila von Ashley Herring Blake

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Originaltitel: How to make a wish
Titel: Eine Handvoll Lila
Autorin: Ashley Herring Blake
Verlag: Magellan
Erscheinungsdatum: 18. Januar 2018
ISBN-13: 978-3734850301
Preis: 18,00€ (Hardcover)
Seitenzahl: 352
Genre: Jugendbuch
Leseprobe: hier




Lila lackierte Fingernägel sind das Markenzeichen von Grace und ihrer Mutter Maggie. Dabei könnten sie sonst nicht unterschiedlicher sein: die ehrgeizige Grace will nach der Schule Musik studieren, denn sie ist eine begabte Pianistin. Ihre Mutter dagegen ist das personifizierte Chaos und stolpert von einer schlechten Entscheidung in die nächste, ohne zu verstehen, was sie ihrer Tochter damit antut. Erst als Eva in ihr Leben tritt, glaubt Grace, sich mit ihrer Hilfe endlich aus den Fängen ihrer Mutter und der engen Kleinstadt befreien zu können. Doch als Maggie immer mehr an Bodenhaftung verliert, steht auch die Zukunft der beiden Mädchen auf dem Spiel. Jetzt ist es an Grace, sich und Eva zu retten, und endlich zu lernen, wie man liebt und wie man loslässt.



Grace Glasser:

Seit ihrem zweiten Lebensjahr gibt es nur noch Grace und ihre Mutter Maggie, als ihr Vater James von einem Auslandseinsatz in Afghanistan nicht mehr zurückgekehrt ist. Maggie hat den Verlust noch immer nicht verwunden, ertränkt ihren Kummer in Alkohol und tröstet sich mit fremden Männern. Dabei vernachlässigt sie ihre Tochter vollkommen. Grace ist diejenige, die mit 17 Jahren die Verantwortung übernehmen muss, obwohl sie sich eigentlich nur ein normales Leben wünscht, in dem sie ihren Traum als Pianistin leben kann.

Eva Brighton:

Nach dem Tod ihrer Mutter zieht Eva nach Cape Katherine zur Familie von Graces bestem Freund Luca. Es fällt ihr nicht leicht, ihr altes Leben in Brooklyn hinter sich zu lassen und ohne ihre Mutter einen Neuanfang zu wagen. Sie fühlt sich unvollständig und nicht in der Lage, jemals wieder eine Bühne zu betreten und wieder Ballett zu tanzen. Eva lässt keinen wirklich an sich heran, nur Grace scheint auf Anhieb auf einer Wellenlänge mit ihr zu liegen.


„Eine Handvoll Lila“ ist nach „Liebe ist wie Drachensteigen“ der zweite Roman von Ashley Herring Blake, der im Magellan Verlag erschienen ist. Das Buch erzählt die Geschichte zweier Mädchen, die einander Kraft geben und in einer schweren Zeit in ihrem Leben zueinander halten. Eine Freundschaft, die schon bald von romantischen Gefühlen bestimmt wird und immer wieder vor neuen Herausforderungen steht.

Grace ist gerade einmal 17 Jahre alt und doch lebt sie bereits das Leben einer Erwachsenen. Ihre Mutter befindet sich nicht in der Lage dazu, selbst die Verantwortung zu übernehmen. Die Rollen sind vertauscht und neben Klavierunterricht, Schule und Nebenjobs verliert sich Grace oft selbst aus den Augen. Maggie ist eine wandelnde Katastrophe und ich habe Grace für ihre Kraft bewundert, wohingegen mir ihre Mutter mit jeder Seite unsympathischer wurde. Doch Grace bleibt stets gelassen, resigniert und stellt sich selbst immer an zweite Stelle. Sie opfert sich vollkommen für ihre Mutter auf und wird dabei in eine Rolle gepresst, in der sie sich selbst nicht wohlfühlt. Nur die Musik gibt ihr Kraft und beim Klavierspielen kann sie die Welt um sich herum wenigstens für kurze Zeit ausblenden. 

Leider ist die besondere Rolle der Musik stellenweise für mich nicht spürbar gewesen. Immer wieder wird Graces Klavierspiel erwähnt, allerdings bleibt es doch eher ein Randmotiv. Viel intensiver werden die Gefühle von Grace geschildert - sei es in Bezug auf Eva, Luca oder ihre Mutter Maggie. Grace wirkt stets ein wenig zerbrochen, als würde sie sich von ihrem Leben nicht mehr allzu viel erwarten.

Erst Eva bringt wieder ein wenig Licht in ihr Leben. Vom ersten Moment an sind beide auf einer Wellenlänge und ihre heimlichen Treffen werden schnell zu einer Konstante ihrer Freundschaft. Sie geben einander Kraft, reden über alles Mögliche, ohne dabei jedoch die wirklich ernsten Themen anzusprechen. Als Eva Grace schließlich eröffnet, dass sie Mädchen mag, beginnt ihre Freundschaft sich weiterzuentwickeln. Grace beginnt sich mehr zu wünschen, doch ihre Mutter und ihr gesamtes chaotisches Leben scheinen ihr einmal mehr im Weg zu stehen.

Die inneren Konflikte werden von Ashley Herring Blake emotional und eindringlich geschildert. Lediglich sprachlich hat sich die Geschichte für mich zunächst etwas holprig entwickelt, bis ich mich vollkommen fallenlassen konnte. Die Figuren sind nachvollziehbar, realistisch ausgearbeitet und für mich ist keine einzige aus dem Buch wegzudenken. Eine berührende Story, die sich hauptsächlich auf emotionaler Ebene abspielt und nicht viel Nebenhandlung braucht. Ruhig und doch voller Gefühlstiefe und menschlichen Katastrophen. Die Freundschaft zwischen Grace und Eva steht alleine und ich habe die Geschichte der beiden Mädchen gerne verfolgt. 



Ashley Herring Blake übte sich zunächst im Schreiben von Songtexten und Gedichten, bis sie sich voll dem Schreiben von Romanen widmete. „Liebe ist wie Drachensteigen“ ist ihr Debüt. Mit "Eine Handvoll Lila" erscheint nun bereits ihr zweiter Roman bei Magellan. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Nashville, Tennessee.


Vielen Dank an Magellan  für die Bereitstellung
dieses Rezensionsexemplars!

8 Kommentare:

  1. Das Buch hatte ich neulich erst in der Hand, war aber unschlüssig, ob es etwas für mich ist. Da kommt deine Rezi gerade richtig!^^
    Klingt eigentlich doch nicht schlecht, ich habs mal auf meine Wunschliste gesetzt.^^

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    1. Huhu :)

      Das freut mich, dass ich dich mit meiner Rezension neugierig auf das Buch machen konnte. Ich muss ehrlich sagen, dass ich in diese Richtung eher selten mal eine Geschichte lese, aber "Eine Handvoll Lila" ist schön geschrieben und hat mir tatsächlich gefallen!

      Liebe Grüße

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  2. Hallo liebe Lisa

    Da ist dir eine sehr aussagekräftige Rezension gelungen, die definitiv Lust auf das Buch macht. Ich mag es beim Lesen einer Rezension jeweils sehr gerne, wenn ich etwas über den persönlichen Bezug des Lesers zum Buch herausspüre. Das gefällt mir hier bei dir sehr :-)

    Alles Liebe
    Livia

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    1. Hallo Livia :)

      Danke danke danke für das riesige Kompliment <3 Du hast mir gerade ein bisschen meinen Abend versüßt! Ich weiß ja doch nie, wie meine Rezensionen ankommen ;) Umso mehr freut mich dann so eine positive Rückmeldung.

      Liebe Grüße

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  3. Hallöchen (:

    Schöne Rezi! :) Dieses Buch scheint mich irgendwie zu verfolgen und ich bin auch noch am überlegen, ob ich es nicht auch endlich mal lesen sollte. Das Cover ist wunderschön, der Inhalt interessant und es ist aus dem Magellan-Verlag. Letzteres ist für mich schon Grund genug, um es zu lesen :D

    Liebste Grüße
    Nele

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    1. Hallihallo Nele,

      ich kann es dir auf jeden Fall nur empfehlen das Buch zu lesen ;) Auch wenn ich mich genretechnisch nur selten in diese Ecke verirre hat mich die Geschichte doch überzeugt und ich hatte beim Lesen auf jeden Fall Spaß! Um ehrlich zu sein kenne ich allerdings noch gar nicht viele Bücher aus dem Magellan-Verlag - das sollte ich aber wohl schleunigst noch ändern :D

      Liebe Grüße

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    2. Ja, das solltest du :D Emmy & Oliver hat mir sehr gut gefallen, ebenfalls aus dem Magellan-Verlag (:

      Liebst
      - Nele

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    3. Danke für den Tipp, das Buch werde ich mir auf jeden Fall mal noch genauer anschauen :) Der Titel kommt mir auf jeden Fall bekannt vor ...

      Liebe Grüße

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